Karl-Heinz Heinemann

Bildungsjournalist, Jahrgang 1947, geboren in Bad Sachsa.
Ich habe Sozialwissenschaften in Bochum und Frankfurt am Main studiert. Nach einigen Gastspielen als Studentenpolitiker und Lehrbeauftragter habe ich 14 Jahre lang eine Pädagogenzeitschrift redigiert und herausgegeben. Seitdem arbeite ich freiberuflich als Autor vor allem für den Hörfunk, WDR, Deutschlandfunk, SWR und andere ARD-Anstalten. Ich schreibe für Tageszeitungen, u.a. die Frankfurter Rundschau, gewerkschaftliche und pädagogische Zeitschriften.
Ich lebe von und mit Bologna und PISA, Delfin4 und G8. In aktuellen Berichten, Kommentaren und längeren Features beschäftige ich mich mit dem gesamten Spektrum von Bildung, Erziehung und Ausbildung, mit Schule, Hochschule, aber auch mit Problemen der beruflichen Bildung. Ich referiere zu diesen Themen und moderiere einschlägige Veranstaltungen. Mittlerweile gelingt es mir, auch mal etwas anderes als Bildungsthemen zu bearbeiten: Den Weinbau im Siebengebirge zum Beispiel, oder schräge Siedlungen in Rösrath und Köln.
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Beiträge & Texte

SWR 2 | Wissen| 09. Februar 2013
Der gute Ton des Lernens – Die Bedeutung der Stimme im Unterricht

Sich jeden Morgen mit lauter Stimme sechs Stunden lang gegen 25 durcheinander quatschende Kinder durchzusetzen, das fordert viel Stimmgewalt. Schüler am Einschlafen zu hindern, auch mal zehn Minuten etwas vorzutragen und dabei die Aufmerksamkeit der Schüler zu behalten, das wird einem Lehrer nicht gelingen, der monoton abliest oder dessen hohe Fistelstimme einfach unangenehm ist. Lehrer arbeiten nicht nur mit dem Kopf oder dem Rotstift, mindestens so wichtig ist ihre Stimme. Doch nur an wenigen Hochschulen werden angehende Lehrer auf diesen Teil ihrer Arbeit vorbereitet.
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SWR 2 | Campus| 17. November 2012
Werden Hochschulabschlüsse zu gut benotet? Anmerkungen zur Kritik des Wissenschaftsrates.

Studienabschlüsse an deutschen Hochschulen werden viel zu gut benotet. Diese Botschaft hat der Wissenschaftsrat am vergangenen Wochenende verkündet aufgrund von offiziellen Daten des statistischen Bundesamtes für das Jahr 2010. Es war bereits die dritte Analyse dieser Art und sie scheint einen Trend zu belegen:
Die Prüfer werden immer großzügiger und werfen mit Einsen und Zweien nur so um sich. Nicht in allen Fächern, aber doch in sehr vielen.
Die Stimme des Wissenschaftsrates hat Gewicht. Schließlich berät dieses Gremium die Bundes- und auch die Länderregierungen in allen Fragen rund um Hochschulen, Bildung, und Forschung.
Unfehlbar sind die Ratschlüsse dennoch nicht. Anmerkungen dazu von Karl-Heinz Heinemann.

9. November 2012, Industrie-Club Düsseldorf, Salem-Forum
Privatschulen_gehören_zum_System„Kann man exzellente Bildung kaufen?

WDR 5 | Neugier genügt| 19. Oktober 2012
Weinbau im Siebengebirge – Reste einer alten Kulturlandschaft

Der Fotograf Ulrich Dohle stellt noch bis Ende Oktober im Siebengebirgsmuseum in Königswinter seine Fotos vom Weinbau im Siebengebirge aus. Neben den Fotos mit Landschaftsimpressionen und Szenen aus den Kellereien werden auch alte Weinbaugeräte in der Sonderausstellung des Königswinterer Museums gezeigt. Hier, im nördlichsten Zipfel des Mittelrheins, gibt es nur noch eine Handvoll Winzer, und deren Wein spielt auf dem Markt kaum eine Rolle. Wichtig sind sie aber vor allem, um die Landschaft dort so zu erhalten, wie sie nicht nur die weinseligen Touristen und Liebhaber der Rheinromantik schätzen. Zusammen mit dem Historiker und Hobbywinzer Winfried Jagau hat Dohle einen kleinen Bildband mit seinen Fotos herausgegeben.

WDR 5 | Politikum| 15. Oktober 2012
Wenn der Verfassungsschutz zum Finanzamt wird – Über Gemeinnützigkeit und sogenannte “Extremisten”

Es ist eigentlich nur eine Kleinigkeit, ein Nebeneffekt des Jahressteuergesetzes 2013, das kommende Woche beschlossen werden soll: Das Wörtchen “widerlegbar” soll aus einem Paragraphen der Abgabenordnung gestrichen werden. Die Konsequenz: Organisationen, die einem Verfassungschutzbericht als extremistisch eingestuft werden, sind automatisch nicht mehr gemeinnützig. Wer ihnen Geld spendet, darf das also nicht mehr von der Steuer absetzen. So kann der Verfassungschutz praktisch über das Schicksal von Vereinen bestimmen.

 

 

WDR 5 | Leonardo | 24. September 2012
Schwerpunkt: Heiß diskutiert – lauwarm serviert? Das Mittagessen in der Schule

Ganztagsschulen und Betreuungangebote am Nachmittag haben eine Veränderung mit sich gebracht, die in Familien wahrscheinlich heißer diskutiert wird als PISA-Testergebnisse: an fast der Hälfte der Schulen gibt es Mittagessen. Aber schmeckt es, ist es gesund, ist es für die Familien bezahlbar? Kann in der Schule gekocht werden oder kommt das Essen vom Caterer? Essen ist gerade an der Schule nicht einfach Nahrungsaufnahme – in guter Qualität, gut organisiert und bezahlbar kann es aus der Schule einen Lebensraum machen. Pünktlich zum nordrhein-westfälischen Tag des Schulessens hat Leonardo sich umgeschaut und umgehört: bei denen, die essen sollen,was da auf den Tisch kommt, an Schulen und bei Köchen.

 

WDR 5 | Leonardo | 19. September 2012
Schwerpunkt: Immer mehr Kinder mit ADHS – Symptom einer kranken Gesellschaft?

Beinahe jede Grundschullehrerin kann von einem Kind aus ihrer Klasse erzählen, das ständig stört und herum zappelt. Häufig heißt es dann, der Schüler hat ADHS. Diese Diagnose wird seit den 90er Jahren auf jeden Fall immer häufiger gestellt.
Wird jetzt therapiert, was früher übersehen wurde? Hat sich ADHS zu einer Modekrankheit entwickelt? Oder zeigt sich hier, dass in unserer Gesellschaft etwas schief läuft? Experten kommen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen.

Deutschlandfunk | Hintergrund | 14. September 2012
Turboabi – Schneller im Stoff – Vorteile und Defizite der achtjährigen Gymnasialzeit

Mitte des vergangenen Jahrzehnts wurde das Gymnasium von den in Westdeutschland üblichen neun auf acht Jahre verkürzt. An den Schulen entstand Unruhe. Lehrer und Schüler stöhnten unter der Last eines erhöhten Pensums.

WDR 5 | Neugier genügt | 28. August 2012
Minnesota und der wilde Westen von Rösrath

In Köln-Zollstock heißt das Gelände hinter dem Bahndamm Indianersiedlung, in Rösrath nennt man die Flächen hinter der Autobahn im Übergang zur Wahner Heide “Wilder Westen”. Beiden Gebieten gemeinsam ist, dass sie inzwischen Wohnbereiche sind, obwohl sie dafür eigentlich nicht gedacht waren. Vielmehr haben sie sich während und nach dem Krieg aus Gartenparzellen mit kleinen Hütten und Verschlägen oder auch Ställen zu Wohnhäusern entwickelt und sich damit etabliert. Erst mal ohne Genehmigung, dann geduldet, jetzt legalisiert oder auf dem Weg dahin – welche Menschen da heute mit welchen Vorstellungen wohnen, hat Karl-Heinz Heinemann bei mehreren Besuchen erkundet.
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WDR 5 | Leonardo | 27. August 2012
Schwerpunkt: Forschung für Rüstung und Krieg? Initiativen fordern Zivilklauseln für die Hochschulen

Nach dem letzten Weltkrieg hieß es: Von deutschen Boden solle nie wieder ein Krieg ausgehen. Und nach den ersten Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki entbrannte eine hitzige Diskussion darüber, ob Naturwissenschaftler sich an der Entwicklung von Waffen beteiligen dürfen. Heute gibt die Bundesrepublik Jahr für Jahr rund eine Milliarde Euro für Rüstungsforschung aus, um auf diesem High-Tech-Sektor in der Spitze zu bleiben. Ein Teil des Geldes für Rüstungsforschung fließt auch in die Universitäten. Doch dort finden immer mehr Studierende, Wissenschaftler und Hochschulangestellte, dass an einer Hochschule nur für zivile Zwecke geforscht werden sollte. Sie fordern eine Zivilklausel für Hochschul-Satzungen.

WDR 5 | Politikum | 10. Mai 2012
Die Crux mit KLIPS – Elektronische Studien-Verwaltungssysteme üben Herrschaft aus

Nicht nur das Einschreiben, auch das belegen, das heißt, das Verteilen von Plätzen in Veranstaltungen, die Speicherung von Bewertungen etc funktionieren heute elektronisch: Scheinbar neutral, da bleibt einem Studi nur die kalte Wut, wenn er mal wieder nicht den erwünschten Platz in einem Seminar bekommen hat. Mit welchen Vorleistungen kann man in welche Veranstaltung? Hat man sie nicht, wird sie einem gar nicht angeboten. Da ist nichts mehr verhandelbar. Welche Informationen bekommt man als Student, welche als Dozent? Man ist einem System ausgeliefert. Grund für Maschinenstürmerei? Nein, hinter dem scheinbar neutralen System verstecken sich Herrschaftsverhältnisse und letztlich angreifbare Menschen.

WDR 5 | Leonardo | 28. März 2012
Wenn Bestehen zur Ausnahme wird – Über die Matheklausuren angehender Grundschullehrer in Köln

Generationen von angehenden GrundschullehrerInnen wechselten wegen Mathe von Köln nach Siegen oder Paderborn, oder studierten lieber als Lehrer fürs Gymnasium, denn das war leichter als Mathe für Grundschullehrer. Doch was sich in diesem Jahr in der Abschlussklausur der Einführungsvorlesung in Mathematik abspielte, war einmalig: ganze 21 von fast 400 Teilnehmern bestanden die Klausur. Das ist eine Durchfallquote von 94 Prozent. Inzwischen gab es einen Nachschreibtermin mit einem etwas besseren Ergebnis: Nur zwei Drittel der Prüflinge sind durchgefallen. Was läuft falsch mit der Ausbildung der Mathematik-Lehrer für die Grundschulen?

WDR 5 | Politikum | 21. März 2012
Wie friedlich kann Spitzenforschung sein? – Unis streiten über Zivilklausel

Die Universität Bremen war 1986 Vorreiter. Mittlerweile gibt es die Zivilklausel an 16 Hochschulen. Sie verpflichtet die Lehre, keine Kooperation mit Militär- und Rüstungsindustrie durchzuführen. Forschen für den Frieden – ethisch korrekt aber in Zeiten klammer Etats umstritten. Und: Die Abgrenzung ziviler von militärischer Forschung ist kompliziert. Wenn Hochschulen zunehmend von der “Gnade” der Drittmittelgeber abhängen, dann werden sie erpressbar.

S2 Kultur | Wissen | 17. März 2012
Die Schule der Vielfalt
Lernen in heterogenen Gruppen

Es gibt immer weniger Kinder hierzulande, und zugleich werden sie immer unterschiedlicher. Es reicht nicht mehr, Kinder nach drei Schultypen zu klassifizieren, und vielleicht noch die „schweren Fälle“ als Sonderschüler auszusortieren, um allen gerecht zu werden. Die Alternative ist: Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten gemeinsam zu unterrichten. Einzelne Schulen und Lehrer machen es vor: Da werden Grundschulkinder aus allen Schuljahren gemeinsam unterrichtet, behinderte und nicht behinderte Kinder, hoch begabte und so genannte „normale“. Was hierzulande noch utopisch klingt, ist in den meisten anderen Ländern längst die Regel. Doch damit es funktioniert, brauchen Lehrer andere Unterrichtsmethoden und ein anderes Selbstverständnis.

WDR 5 | Leonardo | 12. März 2012
Chancengleichheit mangelhaft? Studie “Chancenspiegel” belegt soziale Defizite im Schulsystem

Kinder aus ärmeren Familien haben im Ländervergleich an nordrhein-westfälischen Schulen eher schlechte Karten. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung und des Instituts für Schulentwicklungsforschung, in der erstmals die Schulsysteme aller Bundesländer auf Chancengerechtigkeit untersucht worden seien. In NRW ist der Wechsel zu Gesamtschule oder Gymnasium offenbar schwieriger als anderswo: Einem Schüler, dem es gelingt, von seiner weiterführenden Schule auf eine höhere Schulform zu wechseln, stehen in NRW 8,5 Schüler gegenüber, die auf eine niedrigere Schulform wechseln. Bundesweit kommen auf einen Aufstieg zwischen den Schulformen lediglich 4,3 Abstiege. Dafür sind die NRW-Schulen bei der Vergabe der Hochschulreife besonders großzügig: 54 Prozent der jungen Erwachsenen erhalten Zugang zu den Hochschulen – das ist der höchste Abiturientenanteil aller Bundesländer. Bundesweit sind es lediglich 46 Prozent.

WDR 5 | Leonardo | 22. Februar 2012
Weiterbildung als Standortfaktor – Lernarchitektur am Beispiel des Zentrum für Information und Bildung Unna

Angesichts leerer Kassen sind manche Städte schon froh, wenn sie sich Volkshochschule, Stadtbücherei und Musikschule überhaupt weiterhin leisten können. Andere Kommunen sehen im lebenslangen Lernen eine Zukunftschance. Möglicherweise lässt sich durch Bündeln verschiedener Bildungseinrichtungen sogar Geld sparen. Leonardo hat das “Zentrum für Information und Bildung” in Unna besucht. Seit 2004 sind Volkshochschule, Stadtbibliothek, Stadtarchiv, Kulturbereich und i-Punkt unter einem Dach zu Hause.

WDR 5 | Leonardo | 27. Januar 2012
Europakompatible Bildungsabschlüsse – Streit um Einordnung von Abitur und Berufsbildung

Europa möchte ein durchlässiges, transparentes Bildungswesen. Wer in Land A einen Abschluss gemacht hat, soll auch in Land B weiterlernen können – ohne unnötige Zugangshemmnisse. Mittel dazu sind der europäische und der deutsche Qualifikationsrahmen.
Doch wie sind Abi und Berufsausbildungen einzuordnen? Sollen Leute mit Facharbeiterausbildung die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu den Hochschulen haben wie Abiturienten? Darüber gibt es einen heftigen Streit.

WDR 5 | Privat-Radio| 21. Januar 2012
Walter Hoischen und der beredte Bauchladen

„Für mich ist er Köln – wie der Dom“, sagt ein Münchner im Brauhaus „Unkelbach“. Walter Hoischen zieht Abend für Abend mit seinen Szenezeitungen und Satireblättern durch die Kölner Kneipen. Das Gespräch ist ihm wichtiger als die Verkaufsbilanz.

In den siebziger Jahren war Walter Hoischen politischer Aktivist und Präsident des Studentenparlaments an der Kölner Sporthochschule. Er kandidierte für das Oberbürgermeisteramt, weil es ihm ein Bedürfnis war. Eine politische Mission hat er nicht. Er will den Menschen zuhören, mit ihnen eine Geschichte teilen: bei Schwimmkursen für Frauen, bei der Mitarbeit in einer Kirchengemeinde, bei der Verteilung von altem Biobrot, und eben beim Zeitungsverkauf.

SWR 2 | Campus| 21. Januar 2012
Rollenspiel in Roben

Ein Moot-Court ist eine fiktive Gerichtsverhandlung, in der angehende Juristen das Auftreten als Staatsanwalt oder Verteidiger üben sollen. Moot-Courts haben in der angelsächsischen Juristenausbildung schon eine längere Tradition und mittlerweile sind sie auch bei uns nichts Sensationelles mehr. Doch die Moot-Courts der Universität Köln sind schon noch etwas Besonderes. Denn sie werden dort von der Gleichstellungsbeauftragten organisiert, die damit die gesamte Hochschule für Geschlechterfragen sensibilisieren will.

SWR 2 | Impuls| 19. Januar 2012
Schule für alle

In Köln wollen Studierende, die Universität und das Land NRW zusammen eine inklusive Schule eröffnen.

WDR 5 | Leonardo | 18. Januar 2012
Schwerpunkt: Abstumpfen am Fließband? Mit kognitiven Trainings ältere Arbeitnehmer fit halten

Jahrzehntelange Arbeit im Takt des Fließbandes – das ist die Lebenserfahrung vieler älterer Arbeiter bei Opel in Bochum. Ein wissenschaftliches Projekt hat jetzt gezeigt: Die gleichförmige Arbeit wirkt sich negativ auf die geistigen Fähigkeiten aus. Es gibt jedoch Programme, die versuchen, etwas gegen die intellektuelle Abstumpfung durch Bandarbeit zu unternehmen.

WDR 5 | Leonardo | 21. November 2011
Deutscher Lernatlas – Bildungsgefälle von Nord nach Süd

Die Bertelsmann-Stiftung hat einen „Deutschen Lernatlas“ veröffentlicht und ins Internet gestellt. Gleichzeitig erscheint die Wochenzeitschrift “Spiegel” damit als Titelgeschichte. Wieder mal ein Lern-Ranking, wie PISA, IGLU und wie sie alle heißen! Und was wird daraus abgeleitet? Bayern, Baden-Württemberg und das ostdeutsche Bildungsmusterland Sachsen stehen in der Tabelle vorne, unten sind die Nordlichter Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Das größte Bundesland Nordrhein-Westfalen muss sich, wie in solchen Rankings üblich, mit einem hinteren Mittelplatz begnügen.

WDR 5 | Dok 5 | 13. und 14. November 2011
Dschungelcamp Hochschule -
Studium als Stresstest

Doppelte Abiturjahrgänge, abgeschaffte Wehrpflicht: mehr junge Menschen als je zuvor wollen in diesem Wintersemester ein Studium beginnen. In fast allen Fächern und Hochschulen herrscht Numerus Clausus, und das Anmeldeverfahren ist chaotisch und bürokratisch wie nie.
Wer das Rennen um Credits und Workloads nicht in den vorgesehenen sechs Semestern zum Bachelor schafft, fühlt sich als Versager. Es bleibt kaum Raum für ein von eigenen Interessen geleitetes Studium und selbständiges wissenschaftliches Arbeiten.
Das Erstaunliche: viele Studenten kommen mit dem straff organisiertem Studium gut zurecht, erleben es als Lebensphase, in der sie sich entfalten und erwachsen werden können oder erhoffen sich in einer Zeit der Unsicherheit einen guten Abschluss und bessere Arbeitsperspektiven.

WDR 5 | Leonardo | 3. November 2011
Erst Bundestrojaner – jetzt Schultrojaner?

Ein vor einem Jahr geschlossener Vertrag sorgt für Aufregung. Schon im nächsten Frühjahr könnte es soweit sein – dann dürfen Computer an Schulen mit einer von den Schulbuchverlagen entwickelten Software durchsucht werden. Ziel: illegale Digitalkopien aus urheberrechtlich geschützten Lehrbüchern zu finden. Doch seit Anfang der Woche in einem Blog über den Vertrag zwischen Kultusministerien und Verlagen berichtet wurde, in dem genau diese “Plagiatssoftware” geregelt ist, klingeln an den Schulen die Alarmglocken. Gefahr für die Sicherheit persönlicher Daten, mögliche Verfolgung, nur weil Lehrer trotz leerer Kassen gute Unterrichtsmaterialien einsetzen wollen – so lauten die Befürchtungen.

WDR 5 | Neugier genügt | 24. Oktober 2011
Hilfe bei der Lese für Hobbywinzer
Lesetage im Weinberg von Bruchhausen bei Unkel am Rhein

Angelika und Jörg Belz haben sich vor Jahren einen Weinberg gekauft – als Hobby. Einmal im Jahr, wenn die Trauben an den Rebstöcken hängen, ist Lesezeit, und die beiden Weinbergbesitzer rufen Freunde und Bekannte, aber auch freiwillige am Weinbau Interessierte auf, ihnen bei der Lese zu helfen. Als Lohn winkt – was? Natürlich: Wein! Karl-Heinz Heinemann hat sich am Wochenende in den kleinen Weinberg aufgemacht und viele Menschen am steilen Hang getroffen.

WDR 5 | Leonardo | 20. Oktober 2011
School is open – Vor der Gründung in Köln: Eine Schule für alle
Alle inklusive – Inklusion ist viel mehr als nur ein neuer Modebegriff in der Pädagogik. Inklusive Schulen sollen nicht nur behinderte Schüler gemeinsam mit den anderen unterrichten, sondern arme und hoch begabte, Mädchen und Jungen; alle sollen gemeinsam an einer Schule lernen. Eine Utopie, meinen manche Lehrer, die schon Probleme haben, in einer normalen Gymnasial- oder Grundschulklasse das ganze Spektrum von unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten unter einen Hut zu bringen. Es geht, sagen Erziehungswissenschaftler – wenn die Schulen entsprechend ausgestattet werden. Dazu haben sie gerade einen Kongress an der Universität Köln veranstaltet. Sie verweisen auf Erfahrungen in Kanada oder Finnland. Und nun wollen sie schon bald den praktischen Beweis antreten – mit einer inklusiven Universitätsschule in Köln, die schon in drei Jahren an den Start gehen soll.

WDR 5 | Leonardo | 22. September 2011
Too much too early -
Englischunterricht für Erst- bis Viertklässler soll doch nicht so sinnvoll sein

“Je früher unsere Kinder in der globalisierten Welt Englisch lernen desto besser!”. Dieser Leitsatz scheint inzwischen genauso fundiert wie die Lehrmeinung, dass Schüler in Deutschland zu lange unterrichtet werden und deshalb unbedingt G8 eingeführt werden musste. Wissenschaftler haben für das seit neuestem von der SPD geführte Schulministerium in Baden-Württemberg die Aufnahmefähigkeit von Grundschülern untersucht. Ihr Fazit: Früher Englischunterricht schadet dem Deutschlernen und bringt für den weiteren Umgang mit der Weltsprache fast nichts.

WDR 5 | Leonardo | 13. September 2011
Der neue Bildungsreport der OECD: Der Anteil der Hochqualifizierten stagniert
Bildung auf einen Blick

Welche Bildungssysteme sind effizient? Was kann man von der Bildungspolitik anderer Länder lernen? Die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ bietet einen Überblick über die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme in den OECD-Ländern. Seit Jahren zum ersten Mal wird der bei den deutschen Kultusministern umstrittene PISA-Chef Andreas Schleicher die Ergebnisse der Studie in Berlin präsentieren.Audiodatei

WDR 5 | Leonardo | 02. September 2011
Service Sachbuch: Zu viel Nähe im Landschulheim – Zwei Bücher beleuchten sexuelle Übergriffe in reformpädagogischen Einrichtungen
Zwei Bücher zum selben Thema – dem sexuellen Missbrauch in der Odenwaldschule. Und obwohl beide Bücher die selbe These vertreten, dass es sich bei den über 130 dokumentierten Fällen von Missbrauch nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein System, sind sie doch sehr unterschiedlich. wdr5_service_sachbuch_20110902_1700

WDR 5 | Dok 5 | 04. und 05. September2011
“Der geborene Lehrer – Handwerk oder Charisma?”
Ob Schule gelingt, hängt in erster Linie von den Menschen ab, die sie machen – von den Lehrern. An der Uni haben sie Altfranzösisch gelernt und die Herbartsche Formalstufentheorie, im Referendariat sollten sie das alles schnell wieder vergessen.
Heute weiß man: Lernen funktioniert vor allem über eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung. Darüber haben angehende Lehrer an der Uni nichts gelernt. Und im Referendariat erfahren sie dann schnell ihre pädagogischen Grenzen.
Wieder einmal wird die Lehrerausbildung reformiert: Statt diverser Einzelwissenschaften sollen Lehrer das Lehren als Profession erlernen. Ein Fortschritt? Oder die unzulässige Verkürzung der Wissenschaft auf ein Handwerk im Dienste von Bachelor und Master?

WDR 5 | Internetseite| 05. September2011
“Ausgebrannt – typisch Lehrer?”
Gespräch mit Dr. Wolfgang Hagemann, einem Arzt für psychosomatische Medizin
Überfordert, gemobbt, Akku leer – so sehen viele Lehrerinnen und Lehrer sich selbst. Alles wäre besser, wenn die Schüler nicht so anstrengend wären, klagt mancher. Doch die sind selten daran schuld, sagt einer, der es wissen muss.

DLF | Andruck | 15. August 2011
“Druck von ganz oben” Das Buch “Arme Superkinder von Felicitas Römer
Felicitas Römer: “Arme Superkinder. Wie unsere Kinder der Wirtschaft geopfert werden”.Die kritische Analyse der Unterwerfung von Bildung unter das Diktat der Ökonomie ist nicht neu. Aber sie ist deutlich lesbarer als manche akademisch-politische Abhandlung, weil sie an den Alltagserfahrungen von Eltern anknüpft.

WDR 5 | Leonardo | 20. Juli 2011
Schulfrieden – und jetzt? Wie durchlässig ist die Schullandschaft in Zukunft?
Der so genannte Schulfrieden, der heute im Landtag von SPD, Grünen und der CDU beschlossen wurde, kam unter anderem deshalb zustande, weil mit der neuen Sekundarschule rein theoretisch allen Schülern im Land weiterhin alle Bildungs-Chancen offen stehen. Aber wie durchlässig ist die Schullandschaft in Zukunft wirklich?

WDR 5 | Leonardo | 04. August 2011
Service Bildung: Studentenberatung Nightline
Nightline Köln ist ein Zuhör- und Informationstelefon von Studierenden für Studierende. Es ist ein Angebot an alle Studierenden der Kölner Universitäten und Hochschulen. Hier können die Anrufer über alles reden, was ihnen Kummer bereitet, sei es Stress im Studium oder Sorgen des Alltags. Prüfungsangst, Geldprobleme oder Streit in der Beziehung – kein Thema ist zu groß und keines zu klein. Die Mitarbeiter der Nightline sind reguläre Studierende der Kölner Unis und Hochschulen.

WDR 5 | Neugier genügt | 24. Mai 2011
Über Stolpersteine in die Vergangenheit
Türkische Schüler und die NS-Zeit.
Seinen Stadtteil entdecken und dessen Geschichte auf den Grund gehen ist ein Projekt, das bundesweit gefördert wird. In Köln hat sich im vergangenen Jahr der von Hochhäusern und vielen Nationalitäten geprägte Stadtteil Chorweiler dieser Aufgabe unterzogen – Schülerinnen und Schülern aus dem Deutsch-Türkischen Verein aber ging diese Suche nach Umgebung und Geschichte nicht weit genug. Sie wollten vor allem mehr wissen über die deutsche Vergangenheit, über die Nazi-Herrschaft. Karl-Heinz Heinemann hat sich einer Gruppe angeschlossen.

WDR 5 | Leonardo | 23. Februar 2011
Die Bildungsrepublik Deutschland und der Fall Guttenberg
“Den Doktor machen – wozu?” Fragen sich viele nach ihrem Studienabschluss. Aber: Bildung ist der Schlüssel für den persönlichen Aufstieg, erklärt die Bundesregierung und lässt sich heute von einer Expertenkommission für ihre wissenschaftsfreundliche Politik feiern. Gleichzeitig muss sich das Regierungsmitglied Guttenberg dafür rechtfertigen, dass er seinen akademischen Grad durch Fälschung erworben hat. Hat er das mit dem Aufstieg durch Bildung irgendwie missverstanden?

WDR 5 | Leonardo | 10. Februar 2011
Architektur macht Schule
„Wie stellt Ihr Euch Euer neues Schulgelände vor?“ – Unter dieser Fragestellung entwickelten Schülerinnen und Schüler des Helmholtz Gymnasiums in Essen-Rüttenscheid seit sechs Monaten Ideen und Vorschläge, um ihren großen, aber etwas in die Jahre gekommenen Schulhof neu zu gestalten. Im Rahmen eines „Kammer in der Schule“-Projektes (KidS) der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen erhalten die Jugendlichen der Klassen 8 bis 10 auch die Möglichkeit, ihre Konzeptideen unter Anleitung einer Architektin in konkrete Planungen zu überführen.

WDR 5 | Politikum | Februar 2011
Religion für alle
Wenn es in der EU um Finanzfragen geht, spielt Deutschland gerne die erste Geige. In der Bildungspolitik hingegen kommt der deutsche Einsatz immer einen Tick zu spät. Besonders beim Religionsunterricht lohnt sich der Blick in benachbarte EU-Länder. Dort werden längst andere Modelle praktiziert als den Religionsunterricht in erster Linie mit Blick auf christliche Konfessionen zu organisieren.

WDR 5 | Neugier genügt | Februar 2011
Bornheim auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule
Bornheim im Rheinland – dort soll nach dem Willen des Stadtrats eine Gemeinschaftsschule entstehen. Sie ist nicht offiziell im Gesetz des Landes vorgesehen, darf aber als Versuch eingerichtet werden, wenn der Wille vor Ort da ist. Das ist gegenwärtig 17 Mal in Nordrhein-Westfalen der Fall. Was die Gemeinschaftsschule von der Gesamtschule unterscheidet, welche Erwartungen Lehrer und Eltern an die neue Schulform besonders im ländlichen Bereich stellen und wie in Bornheim Diskussion und Vorbereitung auf das neue Feld bis jetzt verliefen, hat Karl-Heinz Heinemann beobachtet.

WDR 3 | Resonanzen | Dezember 2010
PISA: Alles wird gut?
Der PISA-Schock hat offenbar gewirkt. Endlich erreichen deutsche Schüler durchschnittliche Lesekompetenzen, und Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch sind nur noch zwei Schuljahre, und nicht mehr Welten schlechter dran als die Muttersprachler. Doch reichen die Fortschritte, damit sich die Kultusminister auf die Schulter klopfen dürfen?
Kommentar zum Thema bei Resonanzen

WDR 5 | Neugier genügt | November 2010
G8 oder G9- ein vergiftetes Angebot?
Es ist schon merkwürdig: Kaum eine Maßnahme in der Schulpolitik hat so viel Kritik ausgelöst wie G8, also die Verkürzung des Gymnasiums von neun auf acht Jahre. Nun hat die neue rot-grüne Minderheitsregierung den Gymnasien die Wahlmöglichkeit eingeräumt: Wenn Schüler, Eltern und Lehrer es mit Mehrheit in der Schulkonferenz beschließen, können sie wieder das Abitur nach neun Jahren im Gymnasium einführen. Doch wer geglaubt hatte, dass sich die Schulen begeistert auf diese Möglichkeit stürzten, das ungeliebte und stressige G8 abzuschaffen, sah sich getäuscht. Bis Ende November haben die Schulkonferenzen noch Zeit, sich zu entscheiden. Es ist schon absehbar, dass es viel weniger als 50 Schulen sein werden, die wieder G9 einführen wollen. Im gesamten Regierungsbezirk Köln beispielsweise gibt es kein einziges Gymnasium, das diesen Weg gehen will.

Erziehung und Wissenschaft | November 2010
Peter Petersens Weg zu Hitler: Entzauberung eines reformpädagogischen Mythos‘
Mit dem Schulkonzept des Jena-Plans hat sich wohl jede Lehrerin und jeder Lehrer im Rahmen der Ausbildung schon einmal befasst. Etliche Schulen, die sich diesem reformpädagogischen Konzept verpflichtet fühlen, tragen auch den Namen seines Ideengebers: Peter Petersen. Doch mit der Verstrickung Petersens in den Nationalsozialismus, dem Einfluss nationalsozialistischer Ideologie auf sein pädagogisches Denken hat man sich sehr lange kaum auseinandergesetzt.

Frankfurter Rundschau │ Wissenschaft und Bildung│ Oktober 2010
Die geheimen Bildungsmacher
Stipendien, Förderprogramme für Migranten, Beratung von Hauptschülern beim Übergang in den Beruf – private Stiftungen haben fast überall ihre Hand im Spiel. Sie bestimmen mit, was an deutschen Schulen läuft. Rechtfertigen müssen sie sich für Fehlschläge aber nicht.

WDR5 │ dok 5 │ November 2010
Der geborene Lehrer – Handwerk oder Charisma?
Ob Schule gelingt, hängt in erster Linie von den Menschen ab, die sie machen – von den Lehrern. An der Uni haben sie Altfranzösisch gelernt und die Herbartsche Formalstufentheorie, im Referendariat sollten sie das alles schnell wieder vergessen. Heute weiß man: Lernen funktioniert vor allem über eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung. Darüber haben angehende Lehrer an der Uni nichts gelernt. Und im Referendariat erfahren sie dann schnell ihre pädagogischen Grenzen. Wieder einmal wird die Lehrerausbildung reformiert: Statt diverser Einzelwissenschaften sollen Lehrer das Lehren als Profession erlernen. Ein Fortschritt? Oder die unzulässige Verkürzung der Wissenschaft auf ein Handwerk im Dienste von Bachelor und Master? (Manuskript und download als pdf über den link)
Wiederholung: Montag, 15.11.2010, 20.05 Uhr

SWR2 │ Wissen │ Oktober 2010
Einfluss durch die Hintertür? Stiftungen in der Bildung
Die Staatskassen sind leer. Für neue Projekte fehlt den Schulen, Kindergärten und Universitäten meistens das Geld. Private Geldgeber sind deshalb sehr gefragt. Fast überall dort, wo Preise und Stipendien vergeben werden, haben Stiftungen wie Bertelsmann, Bosch oder Hertie die Hände im Spiel. Sie beleben die viel zitierte Bildungslandschaft, sie unterstützen Reformprojekte, Begabte und Migranten. Aber was steckt hinter den Wohltaten? Wo endet gesellschaftliches Engagement und wo beginnt gezielte Einflussnahme?

WDR 5 │ Leonardo │ September 2010
Schwerpunkt Heterogene Lerngruppen
Die einen lesen schon ganze Bücher, die anderen können noch keinen einzigen Buchstaben entziffern. Schon in einer ganz normalen ersten Klasse sind die Kinder sehr unterschiedlich. Und viel mehr noch ist das der Fall, wenn in altersgemischten Gruppen gearbeitet wird. Ist diese Unterschiedlichkeit, also die Heterogenität, gut für das Lernen? Oder schadet sie eher. Mit dieser Frage setzen sich im Moment vor allem die auseinander, die an den Schulen arbeiten – aber auch einige Erziehungswissenschaftler.

Süddeutsche Zeitung │ Wissen │ September 2010
Wenn der Funke erlischt
Nach 30 Berufsjahren ist bei vielen Lehrern die Luft heraus. Sie würden am Liebsten alles hinwerfen. Doch oft ist es nicht der Überdruss an den Schülern, sondern Ärger mit den Vorgesetzten, oder es sind familiäre und Beziehungsprobleme, die die „Work-Life-Balance“ durcheinander bringen. Ein Besuch in einer Klinik für Burn-out-Patienten.

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